AWO stellt Projekt „GemeinsamZeit“ im Gemeinderat vor
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schwäbisch Hall, die in Schrozberg einen Stützpunkt unterhält, stellte dem Gemeinderat im Rahmen der Sitzung das Projekt „GemeinsamZEIT – Gegen Alterseinsamkeit in Hohenlohe – Franken“ vor. Als Gäste waren der Geschäftsführer Lars Piechot und die Projektleiterin Elke Gruber anwesend. Das Projekt richtet sich an ältere Menschen und verfolgt das Ziel, der Einsamkeit im Alter nachhaltig entgegenzuwirken, Begegnung zu fördern und die Teilhabe älterer Menschen im direkten Lebensumfeld zu stärken. Erreicht werden soll dies durch den Aufbau neuer Unterstützungsangebote und den Ausbau sowie die Stärkung bereits bestehender Netzwerke. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie. Frau Gruber berichtete in ihrem Vortrag im Schrozberger Gemeinderat, dass dieses Projekt an vier Standorten in der Region Hohenlohe – Franken aufgebaut werden soll: in Schwäbisch Hall, Künzelsau, Crailsheim und Schrozberg. In Schrozberg soll der bereits bestehende Treffpunkt im Gästehaus im Tal als Begegnungscafé um weitere Angebote erweitert werden. Vor allem Vorträge sollen diesen Nachmittag bereichern, den Termin fest im Veranstaltungskalender etablieren und eine niederschwellige Begegnungsmöglichkeit bieten. Weitere berichtete sie von der Idee einer Bewegungsstunde, für welche Ehrenamtliche geschult werden können. Zur Erreichung der Projektziele verfolgt die AWO unterschiedliche Strategien, die sich sowohl an Senior:innen als auch an ehrenamtlich Engagierte richten. Für die langfristige Umsetzung des Projekts sind insbesondere die Verstetigung der Angebote, der Ausbau des Besuchs- und Aktivitätsdienstes sowie die weitere Bekanntmachung des Projekts in der Öffentlichkeit vorgesehen.
Der Gemeinderat nahm die Ausführungen der AWO zur Kenntnis und dankte Frau Gruber für die Vorstellung des Projekts.
Haushaltskonsolidierung
Drei Tagesordnungspunkte drehten sich in der vergangenen Sitzung wieder um die Arbeit und die Ergebnisse der notwendigen Haushaltskonsolidierung.
Zunächst beschloss der Gemeinderat die Neufassung der Satzung der Stadt Schrozberg über die Erhebung einer Vergnügungssteuer zum 01.01.2027. Die bisher geltende Satzung wurde im Jahr 1995 und nur im Jahr 2001 bei der Einführung des Euros entsprechend der neuen Währung angepasst. Die nun beschlossene Anpassung sieht vor, dass die Vergnügungssteuer verdoppelt wird, d.h. künftig beträgt die Vergnügungssteuer für Geräte mit Gewinnmöglichkeit in Spielhallen oder ähnlichen Unternehmen 200 € im Monat, an sonstigen Aufstellungsorten 100 € im Monat. Für Geräte ohne Gewinnmöglichkeit in Spielhallen oder ähnlichen Unternehmen 100 € im Monat und an sonstigen Aufstellungsorten 50 € im Monat. Nach einer kurzen Rückfrage aus dem Gremium fiel hierzu ein einstimmiger Beschluss. Eine entsprechende Veröffentlichung finden Sie im Mitteilungsblatt „Unter Uns“ vom 31.07.2026.
Weiter wurde die Benutzungsgebühren für Geschirrmobil angepasst. Zum 01.09.2026 sollen die Gebühren erhöhte werden. Die Benutzung des Geschirrmobils kostet künftig 70,00 € zzgl. Mehrwertsteuer, für die Benutzung der transportablen Spülmaschine entstehen Gebühren in Höhe von 55,00 € zzgl. Mehrwertsteuer pro Tag und eine Kiste Geschirr bzw. Besteck und Weihnachtsmarkttassen (50 Stück) kostet künftig 15,00 € zzgl. Mehrwertsteuer für eine Leihdauer von bis zu 5 Tagen. Einstimmig auch hier der Beschluss des Gremiums.
Abschließend erfolgte dann ein kurzer Bericht über die vom Landratsamts Schwäbisch Hall geforderte Haushaltskonsolidierung. Um die dafür notwendigen Beratungen strukturiert zu führen, wurde Ende März 2026 ein Haushaltskonsolidierungskomitee eingerichtet. Aufgabe des Komitees war es dabei, sämtliche Aufgabenbereiche der Stadt, die freiwilligen Leistungen sowie den Maßnahmenkatalog auf Einsparpotenziale zu überprüfen und bestehende Einnahmemöglichkeiten – insbesondere bei Steuern, Gebühren und Entgelten – auszuschöpfen. Für das laufende Haushaltsjahr 2026 ergeben sich durch die beschlossenen Maßnahmen Mehrerträge von rund 28.300 Euro sowie eine Senkung des Aufwands um rund 24.700 Euro. Nach einer kurzen Diskussion im Gemeinderat und einem entsprechend gestellten Antrag aus den Reihen des Gremiums sprach sich die Mehrheit dafür aus, dieses Komitee nochmals tagen zu lassen.
Vereinbarung über interkommunale Zusammenarbeit für Ferienbetreuung beschlossen
Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Grundschülerinnen und Grundschüler stufenweise Anspruch auf eine ganztätige Betreuung, auch in den offiziellen Schulferienzeiten bis auf 20 Ferientage pro Schuljahr. Zur Gewährleistung einer verlässlichen und auch wirtschaftlichen Ferienbetreuung schlug die Verwaltung eine interkommunale Zusammenarbeit vor. So ist folgende Betreuungsstandorte für das kommende Schuljahr vorgesehen:
Herbstferien Langenburg
Weihnachtsferien Blaufelden
Faschingsferien Schrozberg
Osterferien kein Angebot
Pfingstferien kein Angebot
Sommerferien Woche 1-2 Blaufelden
Woche 3-4 Schrozberg
Woche 5-6 Langenburg
Nach Abschluss der ersten Feriensaison soll sich über die Erfahrungen und mögliche Anpassungsbedarf ausgetauscht werden. Nach rund 10-minütiger Diskussion, vor allem wegen den zum Teil dann weiten Entfernungen zur Ferienbetreuung fiel ein mehrheitlicher Beschluss für den Vorschlag der Verwaltung.
Gemeinderat nimmt Finanzzwischenbericht zur Kenntnis
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 23. Juli 2026 eine Übersicht über die voraussichtliche finanzielle Entwicklung der Stadt Schrozberg im laufenden Jahr zur Kenntnis genommen. Erfreulich fällt vor allem die Entwicklung der Gewerbesteuer aus: Statt der im Haushaltsplan veranschlagten 3,0 Millionen Euro sind bereits rund 4,6 Millionen Euro angeordnet – ein Plus von 1,6 Millionen Euro. Allerdings handelt es sich hierbei um Vorauszahlungen und Bürgermeisterin Förderer berichtete tagesaktuell von eher wieder schlechter werdenden und damit wenig belastbaren Zahlen. Bei dem Gemeindeanteil an der Einkommen- und der Umsatzsteuer sowie bei den Schlüsselzuweisungen zeichnen sich moderate Mehrerträge ab. Insgesamt rechnet die Verwaltung beim Produkt „Steuern und Allgemeine Zuweisungen“ mit rund 1,59 Millionen Euro Netto-Mehrerträgen gegenüber der Planung. Bei den Personalaufwendungen zeichnet sich trotz der zum 1. Mai 2026 wirksamen Tariferhöhung eine Einsparung ab: Statt der geplanten rund 6,1 Millionen Euro werden derzeit rund 5,6 Millionen Euro erwartet, was insbesondere auf unterjährig unbesetzte Stellen zurückzuführen ist. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen bewegen sich weitgehend im Rahmen der Planung, wobei bei der Bewirtschaftung von Grundstücken und baulichen Anlagen aufgrund gestiegener Energiekosten mit einer Überschreitung des Planansatzes zu rechnen ist. Bei den Abschreibungen kann aufgrund noch nicht abgeschlossener Arbeiten an der Anlagenbuchhaltung derzeit keine genauere Prognose als der bisherige Planansatz von rund 2,45 Millionen Euro gegeben werden.In der Gesamtschau rechnet die Verwaltung damit, dass sich das im Haushaltsplan mit rund minus 2,9 Millionen Euro veranschlagte Gesamtergebnis auf ein positives Ergebnis von etwa 300.000 Euro verbessert. Maßgeblich hierfür sind vor allem die Entwicklung der Gewerbesteuer sowie die noch nicht abschließend bezifferbaren Abschreibungen. Im investiven Bereich wird voraussichtlich weniger investiert als geplant: Statt der vorgesehenen Summen fließen rund 1,8 Millionen Euro weniger in Baumaßnahmen, gleichzeitig verringern sich auch die erwarteten Einzahlungen um rund 1,9 Millionen Euro, unter anderem wegen ausbleibender Fördermittel und geringerer Grundstücksverkäufe. In der Summe ergeben sich dadurch rund 105.000 Euro an Netto-Mehrausgaben im investiven Bereich. Sollte sich diese Prognose bestätigen, müsste die Stadt zur Sicherung der Mindestliquidität voraussichtlich einen Kredit in Höhe von 580.000 Euro aufnehmen. Der Schuldenstand würde dadurch zum Jahresende 2026 auf rund 3,23 Millionen Euro steigen, das entspricht etwa 557 Euro je Einwohnerin und Einwohner.
Freibadbetrieb
Lange diskutiert wurde über diesen Punkt, schlussendlich konnte aber noch keine Lösung gefunden werden und eine Entscheidung wurde somit vertagt. Thema war hier die künftige Organisation der Badeaufsicht im Schrozberger Freibad. Seit der Eröffnung zur Saison 2021 teilen sich die städtische Badeaufsicht und der Verein Freibadfreunde Schrozberg die Aufsichtsdienste. Dank des großen Engagements der Freibadfreunde Schrozberg, die ausgebildete Rettungsschwimmer stellen, konnte das Bad seither an sieben Tagen die Woche geöffnet bleiben. In der Vergangenheit kam es bereits mehrfach zu krankheits- oder unfallbedingten Ausfällen der städtischen Badeaufsicht. Auch aktuell war die Stadt Schrozberg durch mehrere aufeinanderfolgende Ausfälle vor Herausforderungen gestellt. Um hier für künftige Engpässe besser gewappnet zu sein, hat die Verwaltung dem Gemeinderat mehrere mögliche Lösungsansätze vorgestellt. Besonders intensiv diskutiert wurden dabei drei Varianten: Die erste Variante sieht vor, den Badebetrieb – wie es in einigen Nachbargemeinden bereits praktiziert wird – ganz oder teilweise an einen Verein zu übertragen. Dieser könnte dann nicht nur die Aufsicht, sondern auch Kasse, Reinigung, Technik und gegebenenfalls den Kiosk übernehmen. Das würde dem Verein mehr Gestaltungsspielraum geben, etwa bei Öffnungszeiten und Veranstaltungen, und zugleich die Stadt finanziell entlasten. Allerdings wurde hier von Seiten der Freibadfreunde Schrozberg signalisiert, dass dies nicht machbar sein wird. Die zweite Variante besteht in der Einstellung einer weiteren Vollzeitkraft mit entsprechender Rettungsfähigkeit durch die Stadt Schrozberg. Damit könnten alle Aufsichtsdienste, auch am Wochenende, arbeitsrechtlich einwandfrei durch städtisches Personal abgedeckt werden. Zudem würde eine zweite Aufsichtsperson gerade an belebten Tagen die Sicherheit der Badegäste erhöhen. Diese Lösung wäre allerdings mit hohen Kosten verbunden und würde voraussichtlich so im Gremium keine Mehrheit finden. Die dritte Variante sah die Einstellung mehrerer Aushilfskräfte auf Minijobbasis vor, eben Mitglieder der Freibadfreunde Schrozberg, die gerade auch im Vertretungsfall aushelfen könnten. So würde eine vollständige versicherungstechnische Sicherheit bestehen, da dann sämtliche Aufsichtspersonen direkt bei der Stadt Schrozberg angestellt wären. Der Gemeinderat diskutierte diese und weitere Ansätze rund eine Stunde lang intensiv, traf jedoch noch keine abschließende Entscheidung. Das Thema wird in einer der nächsten Sitzungen erneut aufgegriffen.
Kurz berichtet:
- Zur Schaffung von 14 Bauplätzen im Baugebiet in Schmalfelden stellte in der vergangenen Sitzung das planende Büro IPE aus Schwäbisch Hall die Planung und die dazugehörigen Kosten vor. Einstimmig wurde die Stadtverwaltung damit beauftragt, alle weiteren notwendigen Schritte zu unternehmen.
- Der Gemeinderat stimmte den von der Verwaltung vorgeschlagenen Wegstrecken zur Modernisierung Für fünf Feldwege wurden hierzu ein Förderantrag nach MOLWE gestellt und nun auch bewilligt. So sollen Feldwege südlich von Eichswiesen, westlich von Kälberbach und Riedbach, südlich von Großbärenweiler sowie östlich von Leuzendorf modernisiert werden.
- Schon weiter als beim Bauschluss ist man bei der Maßnahme „Einbau Elektro-, Fernwirk- und Messtechnik in die Regenüberlaufbecken“. Hier konnten nach erfolgter Submission die jeweiligen Gewerke an die jeweils günstigste Bieterin vergeben werden. Demnach wurde mit der technische Ausrüstung der Regenüberlaufbecken die Firma Jerg aus Aalen beauftragt, den Auftrag für die Tief- und Betonarbeiten erhält die Firma Benninger-Bau aus Bad Mergentheim. Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich demnach auf rund 1.760.000 €.
- Beauftragt werden darf für die Installation eines Beschallungssystems und einer Konferenzanlage die Firma Livito aus Satteldorf, Kosten hierfür insgesamt rund 23.000 €. Zum einen soll damit die Kommunikation im Sitzungsaal verbessert werden, zum anderen ist dies auch Voraussetzung zur Einführung einer Protokollierung über die KI.
- Mehrheitlich abgelehnt hat das Gremium in der vergangenen Sitzung die eingereichten Anträge für Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Nachdem zu Beginn des Jahres Änderungen am Kriterienkatalog beschlossen wurden, war hier nun vorgesehen, dass bei Agri-Photovoltaikanlagen ein Nutzungskonzept vorgelegt werden soll, aus dem ersichtlich ist, wie die Fläche künftig landwirtschaftlich genutzt werden soll. Nach einigen Diskussionen im Gemeinderat fasste dieser einstimmig den Beschluss, die eingereichten Projekte wegen nicht überzeugender Nutzungskonzepte nicht zuzulassen.
- Für die notwendigen Förderanträge, welche der TSV Schrozberg für die Sanierung des Rasenplatzes zu stellen hat, ist die Voraussetzung, dass ein Pacht- und Nutzungsvertrag zwischen dem Eigentümer der Anlage, also der Stadt Schrozberg und dem Nutzer der Anlage, also dem TSV Schrozberg besteht. Ein dementsprechender Entwurf wurde dem Gemeinderat vorlegt und von diesem genehmigt. Dieser allerdings befindet sich noch in der finalen Abstimmung, es kann also noch zu kleineren Änderungen kommen.
- Kein Beschluss gefasst werden konnte zum geplanten Tagesordnungspunkt „Einwand gegen die Protokollformulierung zu TOP 1, TOP 2 und TOP 4 in der GR-Sitzung vom 23.03.2026“, da die Fraktionen der Freien Wähler und der CDU vollständig aus Protest die Sitzung verlassen hatten und der Gemeinderat damit nicht mehr beschlussfähig war.

